
Installation view "Beispiel Schweiz, Entgrenzungen und Passagen als Kunst" curated by Roman Kurzmeyer and Friedemann Malsch at Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz 2011
(with u.a. John M Armleder, Max Bill, Miriam Cahn, Valentin Carron, Latifa Echakhch, Helmut Federle, Fischli/Weiss, Sylvie Fleury, Bruno Jakob, Emma Kunz, Karim Noureldin, Mai-Thu Perret, Vaclav Pozarek, Pamela Rosenkranz, Adrian Schiess, Shirana Shahbazi, Roman Signer, Erik Steinbrecher, Sophie Taeuber-Arp, Niele Toroni, Hannah Villiger, Aldo Walker)

Ohne Titel 2011
Pasted and painted Paper, chrome steel rod
710 x 560 cm, Installation variable
Edition 1/2

Ohne Titel 2011 (Detail)
Pasted and painted Paper, chrome steel rod
710 x 560 cm, Installation variable
Edition 1/2

Ohne Titel 2011 (Detail)
Pasted and painted Paper, chrome steel rod
710 x 560 cm, Installation variable
Edition 1/2

Ohne Titel 2011 (Detail)
Pasted and painted Paper, chrome steel rod
710 x 560 cm, Installation variable
Edition 1/2

Ohne Titel 2011 (Detail)
Pasted and painted Paper, chrome steel rod
710 x 560 cm, Installation variable
Edition 1/2
Die in Rotterdam lebende Karin Hueber, geboren 1977, plant für die Ausstellung eine grossformatige Wandarbeit aus Papier, welche Raum in eine Fläche transformiert. Ein grosses weisses, einseitig gefärbtes Papier soll zu einem geometrischen Körper gefaltet werden, dessen Volumen am kleinsten bewohnbaren Raum orientiert ist. Wie gross ist der minimale Lebensraum, den ein Mensch benötigt? Wie weit kann sich ein Mensch der Umgebung anpassen, wo liegen die Grenzen? Diese Fragen leiteten ihre Recherche. Für die Ausstellung wurde der aus Origami-Faltungen aufgebauten Raum wieder entfaltet und auf eine Fläche zurückgeführt, die der vorhandenen Ausstellungsfläche entspricht. Architektonische und räumliche Eigenschaften des Ausstellungsraums, Strukturen und erfahrene Kräfteverhältnisse, aber auch Blickachsen oder vorgefundene Materialien bilden, ähnlich wie bei Pozarek, den Ausgangspunkt für den Arbeitsprozess. Die Installationen zeigen Raum aus einer überraschenden Perspektive, besonders auch in einer veränderten Dimension, bringen diesen aus dem Gleichgewicht, vervielfältigen oder öffnen ihn. Es geht um eine Wiederholung und emotionale Bearbeitung der räumlichen Situation: Die Werke sind auf vielschichtige Weise darin eingebunden und verstärken bestimmte Eigenschaften der Situation. Huebers Arbeiten sind dennoch autonome Stücke, die wie die hier gezeigte Arbeit auch jeweils neu installiert werden müssen und nur in der installierten Form als Werk existieren. Nicht zuletzt darin liegt die existenzielle Dimension, die ihren in der Erscheinung strengen und formalen Arbeiten überraschenderweise eigen ist.
Besucher der Sammlungsausstellung im Erdgeschoss des Kunstmuseums Liechtenstein gelangen durch ein schmales und hohes Treppenhaus in den Saal mit den Arbeiten von Federle, Pozarek, Rosenkranz und Hueber.
Roman Kurzmeyer